Pressemitteilung ProBioGen 24.11.2009

ProBioGen präsentiert neue Daten zur Human Artifical Lymph Node (HuALN) Technologie

Integriertes Modell eines menschlichen Lymphknotens zur umfassenden Bewertung von Impfstoffen

Berlin, 24. November 2009 – ProBioGen AG, ein führendes Biotechnologieunternehmen in den Bereichen Zellliniendesign und Herstellung von Biopharmazeutika, gab heute die Präsentation neuer wissenschaftlicher Daten zu seiner geschützten Human Artificial Lymph Node-Technologie (HuALN = künstlicher menschlicher Lymphknoten) auf der kürzlich in Potsdam abgehaltenen DECHEMA-Konferenz “Organotypic Tissue Culture for Substance Evaluation” bekannt.

Dr. Christoph Giese, Leiter der Cell and Tissue Services bei ProBioGen, stellte neue Daten zum HuALN-Modell vor, das die umfassende immunologische Bewertung von pharmazeutischen, chemischen und kosmetischen Substanzen ermöglicht. Durch die Kombination verschiedener Zelltypen und die Nachahmung von Immunreaktionen menschlicher T- und B-Zellen erlaubt die Technologie von ProBioGen die Vorhersage von Immunfunktionen und Immuntoxizität. Inzwischen hat ProBioGen mit Unternehmen aus der pharmazeutischen und kosmetischen Industrie, die eine verlässliche Alternative zu Tierversuchen wünschen, eine Reihe von Kooperationen und Partnerschaften abgeschlossen, in denen u.a. das ALN-Modell zum Einsatz kommt. Durch das 2012 in der EU in Kraft tretende Verbot von Tierversuchen zur Untersuchung der systemischen Toxizität von kosmetischen Substanzen, also z.B. zur Auslösung von Hautirritationen und Allergien, gewinnt diese Thematik zunehmend an Bedeutung.

Ein weiterer wichtiger Bereich, der stabile, schnelle und aussagekräftige Bewertungsmethoden für neue Substanzen erfordert, ist die Impfstoffentwicklung – insbesondere, da pandemische Viruserkrankungen wie z.B. die Schweinegrippe zunehmen und zügige, effiziente Schutzmaßnahmen erforderlich machen. Die kürzlich in Potsdam vorgestellten Daten stammen aus dem erfolgreichen Abschluss eines internen Test-Programms, das speziell für Impfstoffe entwickelt wurde. Dabei wurden sowohl am Markt verfügbare Impfstoffe (gegen Hepatitis-A und B-Viren; HAV und HBV) als auch Viruspräpationen (Cytomegalovirus, CMV) auf ihre Fähigkeit zur Auslösung zellulärer und humoraler Immunantworten getestet, wobei sog. Peripheral Blood Mononuclear Cells (PBMCs) jeweils von gesunden menschlichen Spendern eingesetzt wurden, die alle seronegativ für HAV, HBV und CMV waren.

Zusammenfassend zeigten die Daten, dass

  • HAV- und HBV-Vakzine bemerkenswert starke Immunantworten induzieren (gemessen anhand der Ausschüttung von Cytokinen, wie IL-5, IL-6, IL-10),
  • wiederholte Dosierungen durch Restimulation die Immunantwort verstärken,
  • in allen seronegativen Spendern primäre humorale Immunantworten induziert wurden,
  • Cytokin-Sektetionen im Grundniveau Spenderunterschiede zeigen, die Dynamik der Ausschüttung, die sogenannten Sekretionsmuster in allen Fällen aber sehr gut vergleichbar waren.

„Das HuALN-Modell ist geeignet, das immunogene Potenzial und den Wirkmechanismus unterschiedlicher Impfstoffe und Impfstoffkandidaten zu bestimmen“, erklärte Dr. Uwe Marx, Forschungsvorstand von ProBioGen. „Darüber hinaus arbeiten wir an weiteren zellulären Auswertungsparametern. So können beispielsweise Zellen aus dem System geerntet, per Flowcytometrie charakterisiert und für funktionelle Tests eingesetzt werden. Unser Ziel ist die Etablierung des HuALN-Modells als in vitro-Testplattform für immunologische Fragestellungen im Rahmen der Wirkungs- und Nebenwirkungsanalytik sowie einer produktbezogenen Risikobewertung für die pharmazeutische, chemische und kosmetische Industrie.“



Über die Human Artificial Lymph Node-Technologie (HuALN) von ProBioGen

Biopharmazeutische Wirkstoffe wie z. B. Antikörper, Glycoproteine, Cytokine oder Impfstoffe können bei Patienten neben den erwünschten Wirkungen auch unerwünschte Immunreaktionen auslösen. Dazu zählen z. B. die Bildung neutralisierender Antikörper, die Auslösung von Hypersenstivität, Allergien oder gar eines anaphylaktischen Schocks. Die in der Praxis bislang verwendeten Tiermodelle liefern in vielen Fällen nur unzureichende Informationen über die zu erwartende Wirksamkeit und das Nebenwirkungsprofil eines Wirkstoffes bei Verabreichung am Patienten. Insbesondere wird die hohe Wirkungsspezifität moderner Biopharmazeutika nämlich in Tierversuchen oft nicht adäquat abgebildet – ein Nachteil, der immer wieder zu unerwarteten und oft auch unerwünschten Reaktionen in der anschließenden klinischen Prüfung führt. Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat ProBioGen die HuALN-Technologie (Human Artifical Lymph Node Technology) entwickelt. Dabei wird in einer komplexen organoiden Gewebekultur immunkompetenter menschlicher Zellen das immunologische Geschehen eines Lymphknotens nachempfunden. Modelle wie der HuALN liefern außerdem neue Einsichten in die Wirkweise von Medikamenten und können für die Evaluierung von Arzneimittelkandidaten herangezogen werden.

Leukozyten (weiße Blutzellen) gesunder menschlicher Spender bilden die Basis für die Zucht von immunkompetentem Gewebe in einem dreidimensionalen, Matrix-unterstützten Ko-Kultivierungs-System. Induktion und Verlauf einer Immunantwort kann im vorliegenden Modell über eine Reihe zellulärer und physiologischer Parameter beobachtet werden.

Im Dezember 2007 erhielt ProBioGen für seine wegweisende ALN-Technologie den 26. Tierschutzpreis des Deutschen Bundesmini steriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.



Über ProBioGen AG

ProBioGen ist ein führender Zell-Spezialist. Das Unternehmen kombiniert umfassende Kenntnisse in der Molekularbiologie von Zellen mit wegweisender Expertise in der Prozessentwicklung und Herstellung von Produktionszellen. Dienstleistungen und Technologien von ProBioGen ermöglichen anderen biopharmazeutischen Unternehmen, Produkte mit besserer Wirksamkeit und erhöhter Sicherheit bei vergleichsweise günstigen Herstellungskosten zu entwickeln. Seit der Unternehmensgründung im Jahr 1994 hat ProBioGen mehr als 300 Zelllinien prozessiert und eine Produktionseinheit mit GMP-Zertifizierung auf der Basis von Einweg-Reaktor-Technologien aufgebaut, die alle derzeit verfügbaren Herstellungsprozesse unterstützt. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Berlin.

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