Seit Jahresbeginn im Zwei-Schicht-Takt
Hannover Messe zeigt Wirtschaftskraft der Firmen aus der Region – Spuren der Luftraumsperrung sind auf der Schau nicht zu übersehen
Hannover. Die Hannover Messe des Jahrgangs 2010 hat Symbolcharakter und macht die starke Vernetzung der Weltwirtschaft deutlich.
Die Aussteller sind mit sehr viel Optimismus angereist und der Hoffnung auf zahlreiche Aufträge nach einer der schwersten Weltwirtschaftskrisen. Viele haben die Zeit genutzt und rationalisiert, neue Produkte eingeführt, investiert. Doch die Natur bestimmt diesmal das Messegeschehen mit: Die Asche des Vulkans legte den Luftverkehr lahm. Nicht nur Aussteller, sondern auch Besucher hatten somit eine erschwerte Anreise oder bleiben gänzlich fern.
Bei einigen Ausstellern waren noch Exponate oder zumindest der Messestand rechtzeitig angekommen. Hostessen verteilen hier Prospekte und sammeln Visitenkarten von Interessenten ein.
Hin und wieder ist auch ein leerer Stand zu sehen mit dem Hinweis, dass es diese Firma nicht geschafft hat. Hannovers Hotellerie und Gastronomie spricht schon jetzt von deutlichen Verlusten. Am Montag waren die Logistikprobleme sichtbar.
Doch dank Pkw und Bahn zeigte sich schon gestern deutlich mehr Bewegung in den Gängen und an den Ständen. „Heut ist viel mehr los“, sagte Dirk Hübner, Entwicklungsleiter bei der Gemac – Gesellschaft für Mikroelektronikanwendung Chemnitz GmbH. Der Dienstleister für individuelle Forschungs-, Entwicklungs- und Fertigungsarbeiten in den Bereichen Messtechnik und Sensorik produziert für den Maschinen- und Fahrzeugbau, den Medizinbereich sowie Automatisierungstechnik. Gleichzeitig zur weltgrößten Industrieschau in Hannover und zur weltweit größten Baumaschinenmesse Bauma in München werden digitale Neigungssensoren mit zahlreichen Erweiterungen vorgestellt. Einsatzgebiet ist der Sonderfahrzeugbau.
Für die Gemac stehen die Zeichen auf Wachstum. Die Krisenmonate hat das Unternehmen nach Hübners Worten gut bewältigt. „Wir sind breit aufgestellt, es gab wenig Probleme und Kurzarbeit nur in geringem Umfang“, sagte er. Bereits seit Oktober vergangenen Jahres werde wieder normal gearbeitet, seit Jahresbeginn zweischichtig. 1992 mit 30 Mitarbeitern gegründet, arbeiten derzeit 80 Mitarbeiter in dem Betrieb, davon 38 Ingenieure. Etwa 15 Prozent der Produktion wird in europäische Staaten und Fernost exportiert. Auch die USA werden als Exportland anvisiert. „Das ist mittelfristig unser Ziel“, meinte Hübner.
Von Ramona Nagel. Erschienen in der Freie Presse, Chemnitz.
Ausgabe vom 21.04.2010 www.freiepresse.de »
|