v.l.: das MDA-Führungsteam Daniel Bauer (Head of Commercial), Annett Christ (Managing Director, CFO), Dr. Gunter Trojandt (Managing Director, BizDev)
Mensch-Maschine-Medizin im Einklang – Medical Decision Alliance ermöglicht datenbasierte Chirurgie
TGFS
05. August 2025
Mehr Anbieter, mehr Funktionen, und das zu immer erschwinglicheren Preisen: Medizin-Roboter sind auf dem Vormarsch. Insbesondere auch im OP-Saal finden sie verstärkt Einsatz. Doch selbst der technologisch ausgefeilteste OP-Roboter allein bedeutet noch keinen medizinischen Fortschritt. Vielmehr fungieren die Roboter als verlängerter Arm des Menschen, der ihn steuert. Doch wer wiederum befähigt den Operateur, die Technologie richtig zu bedienen und in den oftmals lebenskritischen OP-Situationen die richtigen Entscheidungen zu treffen? Hier kommt die MDA — Medical Decision Alliance GmbH ins Spiel. Das junge Unternehmen mit Sitz in Leipzig erlaubt es Chirurg:innen in aller Welt, von den profiliertesten Vertreter:innen ihres Fachs zu lernen. Dazu werden deren Knowhow und Erfahrungswissen digital erfasst. Die aufbereiteten Daten stellt MDA wiederum Medizintechnik (MedTech)-Firmen und Kliniken zur Verfügung, damit diese die operierenden Ärzt:innen noch besser im Umgang mit der Robotertechnik trainieren können.
Unter Dr. Gunter Trojandt und Annett Christ, dem operativen Führungsteam der MDA, konnte nun die Operation „Wachstumsfinanzierung“ erfolgreich abgeschlossen werden: Im Rahmen einer Seed-Runde über 3,8 Mio. Euro investierte der TGFS Technologiegründerfonds Sachsen neben weiteren Kapitalgebern, darunter der renommierte HighTech-Gründerfonds (HTGF), an dem aufstrebenden Unternehmen. Das TGFS-Investment wurde von der MBG Sachsen gemanagt und dient dem weiteren Teamausbau sowie der Markterschließung.
Mit Blick auf das Geschäftsfeld erklärt MDA-Chef Trojandt: „Wir verstehen uns als Daten-Broker, das heißt als Anbieter von hoch qualitativen und zuverlässigen Daten aus der praktischen Chirurgie.“ Um diesen Anspruch gewinnbringend einzulösen, aggregiert MDA eine Vielfalt an Daten – und das komplett gesetzeskonform, versteht sich. Dreidimensionale Aufzeichnungen von Roboter-Cams und Fachinterviews mit erfahrenen Chirurg:innen gehen genauso in die Wissensdatenbank ein wie Videomitschnitte vom Set-up des OP-Saals und anonymisierte Gesundheitsdaten der Patient:innen. Dazu kooperiert MDA mit namhaften Kliniken und Chirurgen wie dem Martini-Klinikum am Hamburger UKE, das auf die Behandlung von Prostatakrebs spezialisiert ist. Im Gegenzug erhalten die Kliniken Tantiemen, die eine Zusammenarbeit auch finanziell attraktiv machen.
Nach der Datenerfassung beginnt für das MDA-Team die eigentliche technologische Pionierarbeit, wie Trojandt erläutert: „Die bereinigten Daten werden von uns in Form von sogenannten ‚Surgical Reference Cubes‘ aufbereitet, die den Spitzenstandard chirurgischer Abläufe repräsentieren und die Basis für die Entwicklung neuronaler Netzwerke und kontextspezifischer Entscheidungsalgorithmen für KI-basierte Anwendungen bilden.“ So erhalten MedTech-Unternehmen bezahlten Zugriff auf den Datenpool von MDA, damit diese ihre digitalen Schulungsprogramme für Kunden erweitern und optimieren können. Aber auch MDA selbst hat mit dem „Virtual Proctor“ eine eigene Trainingsplattform erschaffen, die Kliniken zur Aus- und Weiterbildung ihres Personals nutzen.
So anspruchsvoll die Arbeit im OP-Saal ist, so groß ist der Mehrwert der Datenbank von MDA. In einer einzigen OP müssen die praktizierenden Chirurg:innen hunderte von Mikro-Entscheidungen treffen: Wie nah an einer Blutbahn kann ein Schnitt gesetzt werden, in welchem Winkel muss das Skalpell angesetzt werden oder in welcher Position sollte eine Metallplatte implantiert werden, um das gewünschte medizinische Ergebnis zu erzielen? Roboter mögen eine wertvolle Unterstützung bei der technischen Umsetzung sein, doch der Mensch bleibt als Entscheider unverzichtbar. Daher investieren MedTech-Unternehmen viel Zeit und Geld in technische Anwenderschulungen sowie in Proctor:innen – erfahrene Ärzt:innen, die klinische Trainings vor Ort beim Kunden abhalten. Dank MDA können diese Trainings nun personen‑, orts- und zeitunabhängig stattfinden.
Oliver Latz, der das Investment auf Seite des TGFS managt, sieht einen Effizienz- und Qualitätsgewinn für alle beteiligten Akteure: „MDA setzt neue Maßstäbe im Bereich roboterassistierter Chirurgie, indem klinisches Knowhow, modernste KI und industrielle Partnerschaften zu einem skalierbaren Datenökosystem verschmelzen. Durch die enge Zusammenarbeit mit Kliniken und Medizintechnikunternehmen gelingt es MDA, eine Wissensbasis und Entscheidungsunterstützung aufzubauen, von der Chirurgen, Unternehmen und insbesondere die Patienten profitieren.“ Dabei konzentriert sich MDA vorerst auf die Fachgebiete allgemeine Chirurgie, Urologie, Gynäkologie und Orthopädie.
Bei den Investoren machte MDA vor allem auch mit seinem versierten Gründerteam Eindruck: Trojandt selbst hat bereits mehrere MedTech-Unternehmen gegründet und kann einen erfolgreichen Verkauf an Johnson & Johnson vorweisen. Auch seine Mitgründer:innen Annett Christ, Jozsef Bugovics und Nils Kröber bringen medizinische Expertise, unternehmerisches Mindset und ein breites Netzwerk im Klinik- und Industrieumfeld mit. Mit dem Seed-Kapital, das MDA nun beim TGFS und dem HGTF einsammelte, soll insbesondere der Vertrieb in die MedTech-Branche vorangetrieben, weitere Fachgebiete erschlossen und die Plattform technologisch weiterentwickelt werden. Dazu will man das Team zunächst auf rund 20 Personen ausbauen.
Bei den Investoren machte MDA vor allem auch mit seinem versierten Gründerteam Eindruck: Trojandt selbst hat bereits mehrere MedTech-Unternehmen gegründet und kann einen erfolgreichen Verkauf an Johnson & Johnson vorweisen. Auch seine Mitgründer:innen Annett Christ, Jozsef Bugovics und Nils Kröber bringen medizinische Expertise, unternehmerisches Mindset und ein breites Netzwerk im Klinik- und Industrieumfeld mit. Mit dem Seed-Kapital, das MDA nun beim TGFS und dem HGTF einsammelte, soll insbesondere der Vertrieb in die MedTech-Branche vorangetrieben, weitere Fachgebiete erschlossen und die Plattform technologisch weiterentwickelt werden. Dazu will man das Team zunächst auf rund 20 Personen ausbauen.
In Sachsen sieht Trojandt dafür ideale Voraussetzungen: „Am Start-up-Standort Leipzig schätzen wir vor allem den Zugang zu qualitativen, engagierten Fachkräften, wobei die Nähe zu Berlin den Talentpool zusätzlich erweitert. Auch das attraktive VC-Ökosystem in Sachsen, das sich unter anderem in dem Investment des TGFS manifestiert, hat unsere Standortentscheidung beeinflusst.“ Die Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit, wie TGFS-Manager Oliver Latz abschließend erklärt: „Wir sind überzeugt, dass MDA mit seiner Vision und Umsetzungskraft die Entwicklung hin zu datengestützter, sicherer und effizienter Chirurgie maßgeblich prägen wird und sind stolz darauf, diese Schritte als lokaler Investor begleiten zu können.“
Deal-Team TGFS
Oliver Latz
Der Artikel wurde von der MBG Sachsen – Managementpartner im TGFS – verfasst.
Bildquelle: MDA